der mann, der jetzt einen ipod hat
April 6th, 2008[current music: Billy Talent - prisoners of today]
Jetzt träumen wir wieder, dass wir entführt werden, dass wir mit Waffen bedroht und gefangen gehalten werden. Wir träumen, dass wir wissen, dass man jederzeit sterben kann. Wir rennen davon. Und wenn wir da heil rauskommen, sitzen wir auf einer Bank, sehen Menschen denen ein Auge rausgeschossen wurde, und fangen wieder zu weinen an. Und dann geht alles von vorne los. Wir sitzen wieder im Bus oder im Flugzeug, die Waffe auf uns gerichtet. Wir bemitleiden uns, weil es schon wieder uns trifft. Wir haben Angst um die Augen. Und wachen endlich auf.
Ich habe jetzt wieder begonnen, mich vermehrt Situationen zu stellen, in denen ich auf (fremde) Menschen treffe, die versuchen, Spaß zu haben. Ich gehe wieder auf Partys. Mich beschleicht das Gefühl, als versuchen sämtliche Leute auf diesen Partys auf keinen Fall alleine nach Hause zu gehen. Dabei haben wir es doch wirklich nicht weit; wohnen doch alle im Wohnheim hier. Und bevor ich jemanden mit kreisenden Hüftbewegungen antanzen oder meine Zunge ins Ohr stecken muss, geh ich wirklich lieber alleine.
Aber auch ich hab meine Freude auf diesen Festivitäten. Ich habe mit einem echten Engländer geredet (die sind hier selten anzutreffen) und war schon hin und weg von seinem Dialekt, als er dann – kurz bevor er aufzubrechen gedenkte – noch rasch den ipod des Gastgebers aus der Musikanlage riss und verschwand. Das hat mich ein weiteres Mal darin bestätigt, dass ich ein Talent habe, Irre anzuziehen. Dann war es ruhig, die Gastgeber nervös und ich hatte Zeit, das Ganze zu reflektieren.





