sickgirl

short song for a short mind

Februar 22nd, 2008

[current music: Kaizers Orchestra - maskineri]


Damals fand ich es ganz schön schwierig, über das zu schreiben, was nicht ist. Mir etwas auszudenken. Nun ist es irgendwie anders.
Ich kann zwar immer noch das aufschreiben, was real ist, was ist, aber ich bin mir niemals sicher, ob ich es richtig wiedergebe, ob das alles so stimmt, ob ich es richtig verstanden oder Sachen vergessen habe, denn so einfach ist das ja alles nicht.
Viel leichter ist es heute, über Dinge zu schreiben oder an Dinge zu denken, die nicht sind, und vielleicht nie sein werden. Es ist angenehm und ein bisschen beruhigend, sich die Zukunft schön zu denken. Vielleicht verbringe ich zu viel Zeit damit.

bathroom #1,2,3

Februar 15th, 2008

[current music: Refused - strength]

play them, not with them

Februar 12th, 2008

[current music: Dúné - 80 years]

Mir ist gar nicht so oft danach, Filme zu kritisieren, wenngleich ich schon oft Filme schaue. Aber es sind halt wirklich nicht alle so mitreißend wie dieser hier: Captivity.
Erst einmal muss die herausragende Story erwähnt werden, die vielleicht ein bisschen an Saw erinnernt. Captivity handelt von dem Model Jennifer, das eines Morgens in einem Raum aufwacht. Zuerst wird die Illusion, sie befände sich in einem Hotelzimmer, bewahrt, indem sie auf ein Meer und Palmen blickt und das Zwitschern der Vögel vernimmt. Dass das alles nur auf einer Leinwand, die haargenau wie ein Fenster ausschaut, existiert, wird schnell klar. Eigentlich befindet sich Jennifer in einem geschlossenen Raum, ohne Fenster.
Immerhin wird ihr in ihrer Zelle nicht allzu langweilig, denn ihr Entführer schiebt ihr hin und wieder Modemagazine oder neue Klamotten ins Zimmer, oder er schaltet das Licht ein und aus und zeigt Videoaufnahmen mit ihr als Celebrity. Und außerdem ist da ja noch der Mann eine Zelle weiter, mit dem sie durch eine Glaswand kommunizieren kann. Diesem Mann vertraut Jennifer auch an, dass sie bei der Entführung in Sorge war, ihr Augen-Make-Up könnte verschmieren. Und ich weiß ja nicht, was Models in ihrer Wohnung beherbergen und ob sich dort Innerstes nach Außen kehrt, aber diese von Jennifer mit weinerlicher Stimme getätigte Aussage verwirrte mich schon ein wenig: He knows all about me. He’s been in my apartment!
Ach, was wäre ein spannender Thriller ohne eine überraschende Wendung am Ende, ohne dass alles bisher Gedachte noch einmal überdacht werden muss. Auch hier ist das der Fall und man würde nie und nimmer schon im Laufe des Films erahnen können, was da eigentlich los ist. Man ist auch zu sehr von den Softporno-Einlagen, denen nicht mal eine Glaswand Einhalt gebieten kann, abgelenkt. Auch das realistische Verhalten der Gefangenen überzeugt. Denn wäre ich dort eingesperrt, hätte ich bestimmt auch nichts anderes im Sinn als Schminken, Ohrringe, Abendkleidchen und Sex.
Jedenfalls gelingt der guten Jennifer im Laufe der Handlung der Versuch einer Flucht und diese Verfolgungsjagd gestaltet sich äußerst beeindruckend. Das ist auch mein persönlicher Höhepunkt. Am besten gefiel mir, als das Model eine Tür hinter sich schloss und diese dann mit einem ultraschweren Bett, das sie nur mit Mühe und Not davor schieben konnte, und einem – Aufgepasst! – Drehstuhl, den sie auf das Bett warf, verbarrikadierte. Nur schade, dass die Tür zur anderen Seite aufging und der Verfolger lediglich über das Bett und an dem Drehstuhl vorbei klettern musste.
Möglicherweise kann man von Glück reden, dass es sich um ein Model handelt, um das sich alles dreht; so ist es wenigstens für die Männerwelt ein bisschen ansehnlich. Denn die Dame muss mindestens genauso oft das Outfit wechseln wie sie betäubt wird (gefühlte 20 Mal). Dabei stellt sich dem aufmerksamen Betrachter die Frage, ob Models eigentlich generell keine Unterwäsche tragen.
Mehr möchte ich eigentlich nicht verraten. Ich denke, man muss den Film einfach gesehen haben. Erst kürzlich ist das Meisterwerk übrigens in Deutschland auf DVD erschienen.

nightly song

Februar 3rd, 2008

[current music: 30 Seconds To Mars - the kill]

Wir beide fuhren die Straße entlang. Du fuhrst – wie selbstverständlich. Es ist ja mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass ich darin allzu unbegabt bin. Wir fuhren die Straße entlang, die wir kannten und kamen an einem Ort heraus, den wir nicht kannten. Mit blauen Holzhäuschen, Baumaschinen und schlammigen Straßen.
Wir kehrten um, denn das war nicht das, wonach wir suchten. Wir fuhren die Straße zurück und bogen in eine Seitenstraße. Rechts neben der Straße eine Giraffe, geradeaus nur steil hinabfallende Felder und der Fluss. Du reißt das Lenkrad nach links, siehst nicht, was uns erwartet. Ich auch nicht. Ich rufe drei Mal kurz hintereinander stopp, stopp, stopp; doch wir fallen schon.
Dieses Gefühl im Magen beim Fallen, der Blick in die Tiefe, das dreifache Stopp, diese Töne, die du von dir gibst, die an ein verletztes Tier erinnern – alles ganz langsam.
Das erinnert mich an Lewis Carroll, der beschreibt wie Alice in dieses Loch fällt. Und sie fällt und fällt und fällt. Es kommt einem beim Lesen so unendlich vor. Und immer, wenn man glaubt, sie sei angekommen, fällt sie doch noch tiefer.
Ich weiß nicht, ob es eine Verbindung zwischen Traumgeschehen und wirklichem Leben gibt. Eine Verbindung im warnenden, vorausschauenden Sinne. Ein Traum. Einer von vielen.

Down, down, down.

vinteren i Oslo II

Februar 2nd, 2008