vinteren i Oslo
Januar 27th, 2008no one here day / Children waiting for the day they feel good
Januar 12th, 2008Ich bin niemand. Ich bin niemand, der über Scherben laufen kann ohne dass etwas passiert, ohne dass es schmerzt. Aber heute ist das egal. Es macht mir nichts aus – auch wenn es ein kleines bisschen zwickt. Vielleicht war dieses Zwicken noch das Beste seit ich aufgestanden bin.
Ich hätte nicht zu Bett gehen sollen. Oder nicht aufwachen sollen. Eines von beidem. Es hätte keinen Unterschied gemacht.
Und irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt. Nicht so salzig.
Das Jahr 2007
Januar 2nd, 2008Und wieder ist ein Jahr vorbei. Ein ganz schön langes Jahr irgendwie. An die Zeit vor Norwegen kann ich mich ohne größeres Nachdenken kaum erinnern. Ich habe das Gefühl, als sei ich länger als fünf Monate in Oslo gewesen und alles vor August eine halbe Ewigkeit her. Damals war ja alles noch unspektakulärer. Ich habe viele Hausarbeiten geschrieben, das weiß ich noch. Und je größer meine Faulheit war, Literatur zum Thema zu besorgen und je mehr ich mir ausdachte und aufschrieb, desto besser die Note. Dann gab es noch die eine oder andere Zeit des Wohlfühlens und eine ausgeprägte Sinnkrise, der ich aber in Form von abstrusen Zukunftsplänen Einhalt gebieten konnte.
Ein paar Mal in diesem Jahr dachte ich, ich sei richtig glücklich. Der glücklichste Mensch dieser Welt oder so ähnlich, aber das hielt auch nicht lange an. Das waren immer nur Momente. Ich hielt den 11. Januar 2007 für den schönsten Tag meines bisherigen Lebens; mit dem besten Geburtstagsgeschenk, das es damals für mich geben konnte: Norwegen. Warum es unbedingt Norwegen sein musste, weiß auch nur ich. Oder weiß nicht einmal ich. Manchmal weiß ich nicht, ob das, was ich denke zu wissen, auch wirklich das ist, was ich fühle oder ob ich mir das nur irgendwann einmal ausgedacht habe, damit ich auf Fragen etwas antworten kann. Ich bin mir nicht sicher, aber ich mag es in Norwegen. Nur weiß ich nun gar nicht mehr, wo ich eigentlich hingehöre.
Manchmal glaube ich, ich habe mich selbst betrogen. Hätte ich diesen Urlaub vor über einem Jahr in Russland oder in der Türkei gemacht, würde ich heute womöglich dort studieren und die Sprache mit nie dagewesener Begeisterung erlernen.
Für ein, zwei oder drei Momente in diesem Jahr war alles perfekt. Die Menschen um mich herum, die auf der Bühne, die Musik, das Bier, der Ort, einfach alles. Heute verlasse ich bisweilen Konzerte bevor die Hauptband überhaupt zu spielen beginnen kann, weil ich mir gerne Dinge ausdenke, um sie mir dann einzureden. Freunde behaupten, ich sei ein bisschen paranoid. Dabei bin ich einfach nur realistisch, zukunftsorientiert und kann mich gut in Andere hineinversetzen. In all ihren Äußerungen und Gesten kann ich ihre Gedanken lesen. Zugegeben: Was ich da manchmal lese, stimmt nicht immer, ist auch mal völlig übertrieben und ins Gegenteil verkehrt, aber ich übe ja noch.
Ich weiß gar nicht, ob das Jahr nun besser war als andere. Ich mag das nicht beurteilen und kann es auch irgendwie nicht. Ich weiß nicht so recht, was ich von diesem Jahr halten soll. Und ich weiß schon mal gar nicht, was sich im nächsten ändern sollte. Ich weiß nicht, was ich ändern müsste, damit es besser wird. Vielleicht kann es einfach nicht besser werden, was wiederum auch traurig wäre. Vielleicht muss man sich daran gewöhnen, dass nicht jeder Moment perfekt sein kann. Dass das Leben eben so ist und nicht ständig etwas Neues geschehen kann. Dass es einfach immer unspektakulär sein wird.
Ich könnte auch sehr gut schreiben, dass dieses Jahr wunderbar war, dass ich viele tolle Menschen kennengelernt habe, dass ich wunderbare Filme geschaut, viele grandiose Konzerte besucht habe, verliebt und im Urlaub war. Das sind zweifelsohne alles schöne Dinge und für den Moment waren sie auch schön, aber es bleibt nichts zurück. Nur ein paar Fotos, ein paar bebilderte Erinnerungsfetzen und manchmal für einen kleinen Moment ein Kribbeln. Ich könnte mir also einreden, dass ich das alles erlebt habe, was sogar stimmt; könnte mir sagen, dass das und damit das ganze Jahr 2007 schön war. Ja, das könnte ich machen, aber irgendwie würde das auch nicht stimmen, denn wenn dies stimmen würde, dann müsste ich ja glücklich sein. Und das bin ich gerade nicht, glaube ich.









