sickgirl

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Juli 28th, 2007

[current music: Massive Attack - man next door]

Und jetzt vergeht die Zeit zu schnell.

der partyschreck

Juli 21st, 2007

[current music: The Stone Roses - i wanna be adored]

Die Befürchtung, dass man uns womöglich aus des Gastgebers Zimmer zerren muss, wenn alle Gäste schon gegangen sind, weil wir dort ein neues Hobby entdeckt haben, war gar nicht soweit hergeholt.
Eigentlich sind wir pflegeleichte Gäste; haben wir doch schon beim Eintreffen auf der Party einen solchen Alkoholpegel gehabt, dass wir den ganzen Abend aus Selbstschutz und auch aus Schutz und Verantwortungsgefühl dem Zimmer und Bett des Gastgebers gegenüber nichts mehr getrunken.
Aber sobald die Playstation mit dem SingStar-Spiel angeschlossen und die Mikros verkabelt waren, sangen wir die Fußballhymne three lions von den großartigen Lightning Seeds. Und anschließend ungefähr noch hundert andere Lieder. Dass sich das Zimmer dabei ziemlich schnell leerte und eigentlich nur noch zwei Gestalten auf dem Boden hockten und brüllten, war uns relativ egal. Klaus Lages 1001 Nacht musste gleich zwei Mal dran glauben.
Wie ihre Eltern wohl schauen werden, wenn sie sich zu ihrem 24. Geburtstag eine Playstation samt SingStar-Spielen wünscht?
Und wir waren in der Tat die letzten Gäste an diesem Abend.

wie ich mich einmal fast selbst stranguliert hätte

Juli 16th, 2007

Der Dennis wollte, dass ich acht Wahrheiten über mich selbst niederschreibe. Also dann:

1. Ich suche bisweilen schon mal stundenlang panisch nach Büchern, die ich aus der Bibliothek ausgeliehen habe, um sie dann in meinem Papiermüll wieder zu finden. Und ich gehöre auch zu den vielleicht wenigen Menschen, die an der Theke in der Bibliothek rumpöbeln und behaupten, dass eine oder andere Buch niemals ausgeliehen zu haben. Und noch weniger Menschen wird es geben, die sehr lange verwirrt sind, weil sie glauben FL steht für flämisch und nicht für Fernleihe.

2. Sobald ich auf etwas sitze, das mindestens ein Rad zur Fortbewegung besitzt und das ich steuern muss, gibt es ein Unglück. Das Skurrilste, was ich in dieser Hinsicht wohl geleistet habe, war – ich war noch recht jung wohlgemerkt – mit einem Fahrrad in einem irrsinnigen Tempo gegen ein rot-weißes Absperrband, was ich irgendwie übersehen hatte, zu fahren. Dieses Band befand sich leider genau in Höhe meines Halses und es riss bei der Aktion nicht. Ansonsten hab ich eingehende Bekanntschaften mit Absperrgittern im Dunkeln, mit Strompfosten, Feldsteinen und natürlich dem Straßenpflaster gemacht.

3. Ich liebe Curry-Sauce. Und manchmal steigt abends ein Duft von Curry auf, denn vor geraumer Zeit ist mir der Deckel der Curry-Saucen-Flasche hinter mein Bett gerutscht.

4. Ich habe in meinem Regenschirm, den ich noch gar nicht mal so lange besitze, drei Brandlöcher.

5. Mein Handy-Verschleiß ist recht hoch. Warum mein letztes Handy plötzlich kaputt war, kann ich mir nicht erklären, aber bei dem davor habe ich aus Wut über eine SMS die Klappe abgerissen und die zwei Teile dann durch mein Zimmer geschleudert. Seitdem möchte ich nie wieder ein Klapphandy, obwohl das in anbetracht der Tatsache, dass ich bei dem Handy danach auf rätselhafte Weise das Display zerdrückt habe, doch noch einmal zu überdenken wäre.

6. Ich bin mal mit einem Schreibtisch in ein Loch gefallen, weil mir die Person, die am anderen Ende den Tisch trug, nicht sagte, dass hinter mir ein Loch ist, in dem sowohl ein Schreibtisch und ich hineinpassen.

7. Ich habe mehr Angst davor, in ein falsches Flugzeug oder in einen falschen Zug oder Bus zu steigen, als vor einem alleinigen Aufenthalt in einem fremden Land.

8. Ich rede verdammt viel (Mist), wenn ich betrunken bin. Und wenn ich nicht betrunken bin, sage ich einfach gar nichts.

blame it upon the rush of blood to the head

Juli 14th, 2007

[current music: Alexisonfire - 44 caliber love letter]

Seit zwei oder drei Monaten vergeht die Zeit so langsam. Und wenn’s nach mir ginge, dann müsste sie auch nicht schneller vergehen, obwohl das alles schon ein bisschen seltsam ist. Das ist wie Zeitlupe, die Tage und Wochen so lang. Und damit überhaupt etwas außer dem Üblichen und dem was sein muss passiert, entwickelt man wilde Pläne und träumt vor sich hin. Pläne, die so viele Schwierigkeiten mit sich bringen, dass es fast besser wäre, man vergisst sie gleich wieder. Aber irgendwas muss man machen. Auf einer Stelle lange treten will man ja auch nicht.

Mama, Help me to live…

Juli 9th, 2007

… sangen einst Antony & The Johnsons. Auch ich könnte das singen.
Künstlerin betrunken auf eigener Vernissage, Fotografin unfähig auf Interviewfragen zu antworten, Künstlerin weiß den Verkaufspreis der eigenen Bilder nicht oder Künstlerin entpuppt sich als Sozialidiotin – so oder so ähnlich könnte die Überschrift eines Zeitungsartikels lauten, der von meiner Vernissage handelt. Zum Glück wird es wahrscheinlich keinen Artikel geben, der sich dieser Veranstaltung widmet, da ich geschickterweise sämtliche Fragen der armen Freien Mitarbeiterin der Zeitung sehr wortkarg oder bisweilen gar nicht beantwortete. Ein Cocktail aus Sekt, Nervosität, Irritation, Gedächtnisverlust und Panik machte es mir unmöglich. Und Unlust natürlich. Wer erklärt schon gerne seine eigenen Bilder und Bildtitel.
Das alles liegt mir gar nicht. Im Mittelpunkt stehen am wenigsten. Dann doch lieber allein mit Freunden biertrinkend in der Lieblingskneipe sitzen und den Barmann beobachten, wie er Zitronenscheiben mit der Spezialzange auf kleine Gläschen patziert. Und sich anschließend stundenlang über den Inhalt der dort vergessenen, ausgesprochen hässlichen Damenhandtasche freuen: aufgeweichte Butter, eine offene Packung Frischkäse, Feta-Käse, zwei Tampons und Lipgloss.