sickgirl

uschi

Januar 31st, 2007

[current music: Gary Jules / Michael Andrews - mad world]

isch hätt scho gern a boyfriend :)

Eight Miles High

Januar 31st, 2007

[current music: The Who - love reign o'er me]

Seit langem mal wieder ein Film in der Sneak Preview, bei dem ich nicht alle drei Minuten auf die Uhr schauen und durch lautes Stöhnen und Schimpfen Unmut und Langeweile kundtun musste, um mich künstlich wachzuhalten. Und eigentlich wollte ich Das wilde Leben ja sowieso sehen.
Nachdem ich nämlich Uschi Obermaier neulich in einer Talkshow sah und nicht wusste, ob ich angeekelt oder fasziniert sein soll, hatte ich mich dafür entschieden, sowohl ihr Buch zu lesen als auch den Film zu schauen.
Da saß also diese Frau mit der tiefen Stimme und dem schrecklichen Hut, der auch noch mit einem etwas unpassenden Totenkopf verziert war; eine sechzigjährige Frau, die aussieht wie vierzig und die mit großer Überzeugtheit seltsame Dinge von sich gibt. Eine Frau, die ich gar nicht einschätzen kann. Spätestens am Ende der Sendung, als sie dann ihren Halsschmuck – denn Uschi Obermaier ist ja auch Schmuckdesignerin – erklärte, hielt ich sie zumindest für etwas wunderlich.
Der Film zeigt einige Jahre aus dem Leben der Uschi Obermaier. Die wohl bewegendsten Jahre. Es beginnt mit ihrer Karriere als Model und dem Einzug in die Berliner Kommune 1 und endet mit dem Tod ihres damaligen Freundes Dieter Bockhorn.
Insgesamt fand ich das Ganze sehr interessant, auch wenn diese Nippelschau, denn fast immer ist Uschi oder zumindest eine andere Person, aber meistens eben Uschi, nackt, schon ein bisschen lästig ist mit der Zeit. Aber vielleicht war das ja damals so.
Leider zieht sich der Film manchmal etwas in die Länge, wie zum Beispiel als Uschi und Bockhorn in Indien verweilen, um ihre Märchenhochzeit zu zelebrieren. Auch insgesamt passiert nicht soviel während der 114 Minuten: Uschi mit Rainer Langhans, Uschi mit Mick Jagger, Uschi mit Keith Richards und zwischendurch und am Ende wieder mit Dieter Bockhorn, mit dem sie dann auch mehrere Jahre durch die Welt reist, was einen großen Teil des Films vereinnahmt. Langweilig fand ich das alles nicht. Dass gar nicht soviel geschehen ist, fiel mir kaum auf, denn die Bilder waren schön, und ich wartete weiter auf den Tod Bockhorns. Und das war dann traurig.
Wie ich Uschi Obermaier jetzt finden soll, weiß ich immer noch nicht wirklich. Dass sie ein egoistisches Monster ist bzw. war, hat sie ja schon selbst festgestellt. Auf jeden Fall aber war ihr Leben interessant und durchaus verfilmenswert.

Würde ich sowas wie Filmpunkte vergeben, wären das hier vielleicht 8/10.

we’ll keep singing it’s not too late

Januar 29th, 2007

[current music: The Cure - lullaby]


Da freut sie sich. Darüber, sich endlich getraut zu haben, in Damon Albarns neues Bandprojekt reinzuhören. Und weil das alles so schön klang, bestellte sie sich auch gleich das Album von The Good, the Bad and the Queen. Und das von Jarvis Cocker auch.

Warum ich mich immer erst trauen muss neue Alben zu hören… Andere können nicht schnell genug an neue Sachen rankommen und ich lasse mir ewig Zeit. Wahrscheinlich weil ich mittlerweile damit rechne, dass es manchmal gar nicht mehr besser werden kann. Schlimmer geht ja immer. Ich denke da nur an die neuen Sachen von Bloc Party oder an The Music, Prodigy, Hot Hot Heat und mir würde sicher noch mehr einfallen, wenn ich Lust hätte, mir meine Laune zu verderben.
Aber neuerdings gerate ich auch in einen mittleren Erregungszustand, wenn E-Mails von lieben Menschen kommen. Ich traue mich kaum sie zu öffnen. Es könnte ja etwas Unfreundliches, Gemeines und Vorwurfsvolles darin stehen. Und nein, ich habe nichts Schlimmes getan in letzter Zeit. Aber manchmal tut man ja unbewusst Dinge, die andere verärgern. Und ich lege manchmal schon ein komisches Verhalten an den Tag und wieso sollte das nicht auch mal Jemanden verletzen, nerven oder irritieren. Und sei es nur, dass ich in der Disko mitten im Gespräch einfach wegrenne, um zu tanzen. Dass ich Jemanden anbrülle, weil er mich bei meinem Lieblingslied (das wechselt ja von Minute zu Minute – je nachdem was gerade läuft) stört, indem die Person ein Gespräch anzetteln möchte. Ich angetrunken beim gemeinsamen Kinobesuch erscheine. Oder weil ich nachts um halb zwölf zu kochen anfange und das nicht gerade leise. Im Osten sagten wir dazu immer: ein Benehmen wie eine offene Hose.

Dorfdisko

Januar 20th, 2007

[current music: Kula Shaker - magic theatre]

Von kurzen Kleidern mit Tigermustern über Jesus liebt dich-Shirts bis hin zu Nylonhemden mit japanischen Schlangenmustern und hochgestellten Krägen war alles vertreten. Bei den Frisuren sah es ähnlich aus: Nackenspoiler und Faux Hawk (das sind diese Pseudo-Irokesenschnitte) waren besonders angesagt. Und ganz beliebt auch die Frisuren, die sich so schön ans Gesicht schmiegen, als wäre der Besitzer dieser Haarpracht in einen Topf mit Butter gefallen.
Schön war es mal wieder. Schön voll. Und die Rede ist hier nicht vom Damenklo, das aufgrund nicht funktionierender Spülung voll mit Toilettenpapier und Dingen war, die ich dem Leser der Fantasie überlassen möchte.
Je schrecklicher die Musik, desto mehr Leute stürmten den Tanzraum. Da wiederum lockten besonders Dorfdiskoklänge à la Ärzte, Fanta 4 oder Seeed (fehlten eigentlich nur noch Wolle Petry, die Böhsen Onkelz und Falco) und Rock’n'Roll die Massen an. Und die tanzten dann auch nicht ganz normal, nein, sie vollführten Balztänze mit allem was dazu gehört. Und ich fühlte mich an furchtbar schlechte Tanzfilme erinnert.
Oder die Fraktion, die ihre Hände zu Fäusten ballte, um sie jemand anderes unter die Nase zu halten, auf dass dieser jene Faust als Mikro akzeptiere und hineinsinge. Manche nahmen auch einfach nur ihre Bierflaschen, von denen übrigens mehr als genug zerbrochen auf dem Boden lagen, als Mikrofonersatz.
Ich weiß leider wovon ich rede, denn auch vor meinem Mund befanden sich diverse Pseudomikrofone. Unter meiner Nase eine Faust und auf meinem Rücken ein Kerl, der mir den Liedtext von hinten ins Ohr kreischte. Was gibt’s schöneres.
Besonders beeindruckte mich auch der Block junger Herren neben der Theke, die jedes Lied – bierflaschenschwenkend – laut mitgrölten und manchmal auch mit neuem Text unterlegten. Äußerst interessant. Oder der Herr, der mir eine halbe Stunde von seinem ach so schüchternen Freund berichtete. Der Freund, den ich mir mal anschauen sollte, weil er sonst ja nie jemanden kennenlernt und außerdem hat er Geburtstag.
Damit mein neuer Geprächspartner wieder von mir abließ, hab ich mir seinen Freund angeschaut. Den, der bei vor Hitze flimmernder Luft mit dicker Regenjacke den Laden unsicher machte. Ich gratulierte ihm und drängelte mich zur Tanzfläche durch, wo ich sie beobachte. Sie, die ungläubig auf Lederhemden starrte und alle fünf Minuten ihr Handy hervorholte, um nach der Uhrzeit zu schauen.

here comes the wake up signal

Januar 19th, 2007

[current music: Superfamily - i don't remember a thing]

sommerfugl

Januar 18th, 2007

[current music: Pulp - F.E.E.L.I.N.G.C.A.L.L.E.D.L.O.V.E.]

Ansturm (auf Marburg) – liveblogging

Januar 18th, 2007

(15:17) M.K.: das tolle is das mein tutorium wegen orkanwarnungen abgesagt wurde
(15:17) M.K.: auf der großseelheimer strasse lag eben schon ein baum um
(15:29) M.K.: mir ist eben ein ästchen auf meinen kopf gefallen, das hat aber nur wenig weh getan ;) vor der haustür
(15:36) schroeder: irgendwie geht gar nix draußen / völlig harmlos
(15:37) D.F.: jetzt is der Nebel soweit zurückgegangen, dass man sogar wieder das dämliche Herz leuchten sieht
(15:49):

(15:56) M.M.: naja… hier gibts schon immer wieder krasse Böen und ist halbwegs windig / komisches Tal halt
(15:59) M.K.: oh der vogel verliert seine flugbahn
(16:18) M.M.: whoa gehts hier ab / Sturm / fies
(16:19) N.F.: erst kam ewig kein bus / bäume umgefallen

[hier stand mal was nettes. wurde aber leider aus versehen im suff gelöscht :(]

und Taxi beschädigt – kein Personenschaden.


(18:00) schroeder: strukturell antisemitisches wetter;)
(18:08) I.S.: Köln hebt ab! Bei uns in der Straße gibt es einen Feuerwehreinsatz mit Drehleiter, weil das Dach stückchenweise runtergeflogen ist / Außerdem pfeift es wie blöd ;)
(18:16) schroeder: hoffentlich hauts den glockenturm auch um
(18:19) M.K.: eben war feuerwehr hier
(19:22) N.F.: der wind / ganz schön laut hier
(19:55) D.F.: ganz viele verschiedene Sirenen
(20:10) I.S.: ard in hektik – brennpunkt zu stoiber & sturm – wenn da mal keine verwechslungen passieren / “stoiber fegt über deutschland hinweg” – “kyrill neuer csu-vorsitzender” / an nen doppel-brennpunkt kann ich mich nicht erinnern / das dürfte eine premiere sein
(20:29) S.: bin in der ub – aber nicht mehr lange. hab hunger und gerade gehört, dass die polizei davor warnt, raus zu gehen. man würde sich in lebensgefahr begeben – hervorragend…
(22:28) M.K.: jetzt windets aber ganz schön
(22:34) schroeder: ich glaub das geht erst los draußen
(22:34) M.K.: wenn ich rausgehe werde ich fortgeweht
(22:36) schroeder: und eben kam an der volksbank (?) ne große metallplatte runter / echt heftig / ganz schön groß das ding / wenn da wer gestanden hätte, der wär hin gewesen / und laut wars
(22:39) schroeder: ah, und die lahn is auch hoch
(23:17) schroeder: beim herz is schon was kaputt, haha:) / links die kringel
(00:00) schroeder: plastiktüte aufm steinweg

Kyrill

Januar 18th, 2007

[current music: Pulp - F.E.E.L.I.N.G.C.A.L.L.E.D.L.O.V.E.]

Manchmal stelle ich mir vor, wie draußen in Krieg-der-Welten-Manier Aliens durch das Land ziehen und alle Menschen sich in ihren Häusern verkriechen. Irgendwann trampelt eine riesige Maschine an meinem Zimmerfenster vorbei und schießt Blitze durch die Luft. Und erst dann merke ich, dass da draußen was nicht stimmt. Erst dann fällt mir auf, dass ja gar keine Menschen zu sehen sind. Das man nichts außer Schutt, Asche und ein paar Blitzen sieht.
Und wahrscheinlich wurden alle evakuiert oder sind längst tot, während ich – gerade erst aus dem Bett gekrochen – mit verschlafenen Augen diese Maschine vor meinem Fenster bestaune.
Manchmal denke ich, ein bisschen mehr Nachrichten lesen oder auch nur Nachrichten schauen könnte nicht schaden. Und eigentlich ist das ja auch selbstverständlich für einen verantwortungsbewussten Menschen, sich dahingehend zu informieren, was auf der Welt geschieht. Wer gehängt wurde, wie irgendwelche Wahlen ausgehen, wo der Krieg tobt und natürlich, wo schlimme Unwetter sind.
Heute morgen bin ich aufgestanden, habe geduscht, Wäsche gewaschen, eine Postkarte geschrieben und gerade als ich zur Arbeit fahren wollte, erzählte man mir nebenbei, dass die Schulen in Marburg ihre Schüler alle nach Hause geschickt hätten, weil doch Kyrillder Orkan – im Ansturm ist. Ja, und jetzt sitze ich daheim und frage mich, was ich eigentlich die ganze Zeit mache, dass ich so etwas nicht mitbekomme.

Irgendwann geht um mich herum die Welt unter und ich merk es nicht einmal. Wahrscheinlich schlafe ich eh. Oder höre laut und Musik und gröle dabei mit.

Aber bisher sieht beim Blick aus dem Fenster noch alles normal aus. Nur ein bisschen Nieselregen.

Vielleicht werde ich mal Sensationsreporter oder Meteorologe, denn immerhin wurde mir meine Aussage, dass der Regen von rechts nach links geht – vom Hörsaalgebäude richtung Elisabethkirche – bestätigt und lediglich durch südwest ergänzt.

this whole thing makes no sense, no sense at all

Januar 14th, 2007

[current music: Madrugada - the kids are on high street]


Meine Heimat. Damit sie mir nicht mehr vorwerfen kann, ich würde sie verleugnen, meine Heimat.
Beinahe hätte ich sie darauf aufmerksam gemacht. Nicht darauf, dass sie Kontaktlinsen trägt, sondern darauf, dass ich es gesehen habe. Im Gespräch mit ihr, einer eigentlich Fremden. Ihre Augenfarbe weiß ich nicht. Die weiß ich von fast keinem Menschen. Aber in die Augen muss ich ihr geschaut haben.
I can’t even wait to get away from you. Das kann man so sagen. Mir ist jetzt schon unwohl beim Gedanken daran, wieder zurück zu müssen – ohne jemals weg gewesen zu sein. Aber vielleicht ist es woanders wie hier. Vielleicht ist woanders hier. Vielleicht liegt es an mir. Selbst wenn du zehn Mal soviele Einwohner hast, sieht man doch die gleichen Menschen immer wieder, weil sich jeder immer an den gleichen Orten aufhält.
Heute bin ich mal wieder von meinem Drehstuhl gefallen. Natürlich liegt das am Stuhl. Leider war das Ganze sehr laut, und man fragte, ob ich so laut sei, ob ich etwas getrunken hätte. Wie soll man jemandem erklären, dass man einfach so samt Drehstuhl umfallen kann?
Vielleicht bedeutet das auch nur, ich soll ins Bett gehen. Nur um erst lange nicht einschlafen zu können und dann den großen, dicken Mann zu treffen, der mich verfolgt und mir beide Beine mit bloßen Händen brechen will.
Wie der Titel schon sagt.

party hard

Januar 13th, 2007

[current music: Kaiser Chiefs - modern way]

Diese Party hat mich in einen Zustand versetzt, der es heute unmöglich machte, einen Film zu schauen, dessen Kameraführung allzu wacklig war.
Aber die Party war schön, glaube ich. Der Eine gerät ins Schwanken und fällt in die Bierkästen, die Andere zieht ihre Stulpen aus und schmeißt sie neben die Toilette, der Nächste versucht im Zustand schlimmster Alkoholisierung jemanden zu küssen, der ihn dezent abwehrt; Leute stehen drumherum und feuern ihn an. Einer schnarcht bei Höllenlärm auf dem Sofa, während sich ein Anderer auf einen nassen Stuhl setzt, jemand okkupiert den PC und klickt alle zwanzig Sekunden ein anderes Lied an, die Nächste hat die grandiose Idee, rumzuerzählen, dass die Eine gern von dem auf den Mund geküsst werden möchte, der alle Bierkästen umgerissen hat. Gesagt, getan. Und während achtzig Prozent der Gäste bereits den Heimweg angetreten haben, zehn Prozent irgendwo rumliegen oder -sitzen und schlafen, tanzt und grölt eine Person immer noch mit gereckter Faust ekstatisch zu Arbeiterliedern.
Heute Morgen bot sich mir ein Bild des Grauens. Überall leere Flaschen. Überall nass. Überall Kippen. Überall Papier. Fremde Geldbeutel, Rucksäcke, Tabak, Feuerzeuge, Stulpen und Julias Geschenke, die sie gar nicht erst mitgenommen hat. Und bei jedem Schritt bleibt man auf dem Küchenfußboden kleben.

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