sickgirl

stand in silence

November 30th, 2006

wie wir vielleicht einmal werden

November 28th, 2006

Ein Freund schickt mir Grüße aus Berlin und erzählt, dass er Schweinebraten im Stammlokal von Herrn Lehmann isst, während ich in Marburg sitze, Bücher mit dem Titel Metaller. Stahlplastiker in Ostdeutschland lese und hypochondrisches Gedankengut auf meinen Kater übertrage, indem ich in Katzen-Krebs-Foren lese und anschließend Miez’ Bauch abtaste. Ohne Erfolg freilich. Wobei man hier auch nicht von einem Erfolgserlebnis sprechen könnte, würde ich denn irgendetwas ertasten, was da vielleicht gar nicht hingehört. Eigentlich weiß ich auch gar nicht, wo etwas hingehört bei einer Katze. Ich sollte sowieso aufhören, an ihm herumzudrücken.
Unsere Tiere sind mittlerweile so, wie wir vielleicht einmal werden. Sie treffen sich rein zufällig beim Arzt. So saßen im Wartezimmer auch ein Hamster mit Dennis und zwei Frettchen mit ihrer Halterin, die zugleich Dennis’ Bekannte war.
Immerhin hat der Tierarzt etwas ertastet. Gestern eine leere Blase, heute eine vollere. Miez und die Blasenentzündung. Wenn denn der Ultraschall morgen nichts Anderes offenbart. Ja, drei mal Tierarzt in drei Tagen. So ist das.
Und ich träumte, da liefe ein menschlicher, bärtiger Kopf auf ganz kleinen, zerbrechlichen Vogelbeinen umher. Ich träumte, ich hätte das fabriziert – einen Menschenkopf auf Spatzenbeine transplantiert. Bei näherem Hinsehen, waren es jedoch nur Menschenaugen, die in einen Vogelkopf hineingepflanzt wurden – ein Spatzenvogel mit riesigen Augen. Bizarr. Wieso kann ich nicht auch wie andere Menschen träumen, dass meine Freunde auf einmal Harry Potter sind, im Raucherraum der Uni sitzen und die Welt retten wollen? Oder auch einfach nur, dass Bushido mir zuwinkt?

r.o.o.m.

November 26th, 2006

Miez geht auf seine Katzentoilette.

November 26th, 2006

10.31 Uhr Miez geht auf seine Katzentoilette.
10.32 Uhr Miez geht auf seine Katzentoilette.
10.34 Uhr Miez geht auf seine Katzentoilette.
10.37 Uhr Doreen geht ins Bad.
10.43 Uhr Doreen ist wieder da und Miez auf seiner Katzentoilette.
11.00 Uhr Miez geht auf seine Katzentoilette.
11.01 Uhr Miez geht auf seine Katzentoilette.
11.06 Uhr Miez geht auf seine Katzentoilette.
11.08 Uhr Miez geht auf seine Katzentoilette.
11.10 Uhr Miez geht auf seine Katzentoilette.

Morgen: Miez und Doreen besuchen den Tierarzt.

orange. red. yellow.

November 25th, 2006

[current music: Roman Fischer - i will never die for you]

555

November 23rd, 2006

Bei Julia gesehen.

Fünf Dinge, die ich nicht habe, aber gerne hätte:

1. Mehr Literatur über Helmut Senf.
2. Ein Aquarium.
3. So einen Diskokugelanzug wie ihn die Mediengruppe Telekommander trägt.
4. Eine Katze, die nicht überall hinpinkelt.
5. Ein breites Bett, so dass ich sowohl quer als auch längs drin liegen kann.

Fünf Dinge, die ich habe, aber lieber nicht hätte:

1. Ständigen Allergieschnupfen.
2. Ein schrecklich unaufgeräumtes, mit Katzenstreu übersähtes Zimmer.
3. Eine asymmetrische Frisur.
4. Mitbewohner, die dauernd mit Bierflaschen klappern, mitten in der Nacht blöd rumschreien und die Türen zuschlagen.
5. Stempelabdrücke im Gesicht, die vorher auf dem Handrücken waren.

(Hier würde mir noch sehr viel mehr einfallen. Sehr bezeichnend.)

Fünf Dinge, die ich nicht habe und auch nicht haben möchte:

1. Ein Auto.
2. Noch eine Katze.
3. Einen Zahnarzttermin.
4. Eine Lederhose.
5. Übertriebene Angst mich zu blamieren.

Fünf Dinge, die ich habe, und aus keinem Grund der Welt missen möchte:

1. Das Flugticket nach Norwegen.
2. Freunde und Familie.
3. Meine Kamera.
4. Kontaktlinsen.
5. Allergietabletten.

Fünf Menschen, die dies noch nicht beantwortet haben, von denen ich mir das aber wünsche:

Mir egal.

rapsoul

November 21st, 2006

[current music: Beirut - postcards from italy]


Das machen wir also in unserer Freizeit. Stundenlang im MediaMarkt herumlungern und darauf warten, dass die Jungs von Rapsoul (im Hintergrund der Bilder zu erkennen), von denen wir bis zur Entdeckung der Plakate innerhalb des Marktes noch nie gehört hatten, auftauchen, zwei Lieder performen und Autogramme geben. Dabei heben wir den Alterdurchschnitt der Fans beträchtlich. Autogramme haben wir uns freilich nicht geben lassen.

So siehts aus.

Auf Wiedersehen

November 20th, 2006

So wird mir manchmal eine Aufmerksamkeit zuteil, vor der ich mich erschrecke, mit der ich nicht umgehen kann.

Sie packt ihre Sachen, nimmt den Rollkoffer, positioniert diesen richtig im Gang und geht los. Zuerst an mir, der sie ein leises Auf Wiedersehen zuflüstert, vorbei. Zu schnell und überraschend war dies für mich, als dass ich ihr ein Wort entgegnen konnte. Das einzige was blieb, war ein schwerer Parfümgeruch in der Luft.
Gerne hätte auch ich ihr Auf Wiedersehen gesagt, doch woher sollte ich denn wissen, dass sie sich ausgerechnet von mir verabschieden wird? Wo ich doch nicht ihr direkt gegenüber saß, sondern sogar noch auf der anderen Seite des Gangs. Vielleicht habe ich die ältere Dame mit der weinroten Wollmütze, welche mich an die Mütze einer Freundin erinnerte, und den langen blonden Haaren auch nur zu oft angeschaut, denn sie schrieb etwas in ein Buch und lächelte dabei. Zu gern hätte ich gewusst, was sie da schreibt; was sie schreibt, während sie in einem Zug sitzt.

neuerdings II oder Kunst

November 18th, 2006

Neuerdings gehe ich auch ins Theater:




Das Stück heißt Kunst (von Yasmina Reza) und gestern war in Marburg die Premiere mit anschließender Premierenparty.
Worum es geht: Serg kauft sich ein Bild für 200 000 Euro. Ein Bild mit weißen Streifen auf weißem Untergrund. Sein Freund Marc nennt es eine weiße Scheiße und ist einfach nur schockiert. Auch Yvan ist nicht gerade begeistert von Sergs Bild, aber so heftig wie Marc lehnt er es auch nicht ab. So kommt es zum Streit zwischen Serg und Marc, bei dem Yvan immer wieder zwischen den Fronten und die Freundschaft auf dem Spiel steht.
An alle Marburger: Hingehen lohnt sich! Heute und morgen um 20 Uhr wird noch einmal gespielt. Mehr Infos gibt es hier.

neuerdings

November 18th, 2006

Neuerdings mag ich den Winter.
Neuerdings mag ich die Menschen nicht.
Neuerdings meide ich. Dies und das.
Neuerdings liege ich immer lange wach.
Neuerdings gibt es nur noch eine Sache, auf die ich mich freue.
Ich mag laute Musik in den Straßen und die anschließende Ruhe in den Gassen.
Ich bin nicht abergläubig, trotzdem meide ich es, unter Leitern hindurchzugehen.
Neuerdings bin ich ganz gern allein.

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