sickgirl

die Angst wieder einzuschlafen

Oktober 31st, 2006

Denk an etwas Schönes! An etwas Belangloses! An etwas, was nicht böse ist, was nicht böse werden kann, weil es immer gut war! Und dann, dann tut man das. Doch auch das wird nicht gut. Tosender Lärm, schreckliches Gelächter aus einem Frauenmund mit nur einem Zahn, Geschrei, Schritte, die näher kommen und vor dem Bett halt machen, und jemand, der einem am Arm zerrt. Und das immer wieder, denn man ist so müde, dass die Augen immer wieder zufallen. Dieser Lärm und die Schritte. Alles so realistisch, dass man wieder und wieder die Augen aufreißt, um zu schauen, wer da ist, dass man wieder und wieder verzweifelt versucht, sich zu bewegen, den Arm wegzureißen, doch nichts geht. So machtlos. Und die Angst wieder einzuschlafen.

ausgehtipp

Oktober 28th, 2006


Das Ganze in groß.

Mehr Informationen hier.
Außerdem: Das Design! Ein Traum!

B R A V O

Oktober 22nd, 2006

[current music: Arctic Monkeys - when the sun goes down]

Ich hätte das hier sinnigerweise posten sollen, als die Show lief, aber egal. Hier Gedanken, die mir während der gestern Abend auf Pro7 laufenden 50 Jahre BRAVO-Show durch den Kopf gingen. Sogar in der Reihenfolge ihres auftretens:
Hä? Wieso verkleidet sich Kai Pflaume als Austin Powers und springt wie ein Idiot durch das Bild? Warum pöbelt Nena rum und sieht aus wie ein Gruftie? Ach, Sasha gibt’s auch noch. So wie der da tanzt und singt scheint er ein wenig aus der Übung gekommen zu sein. Endlich: Detlef D! Soost – mein persönlicher Held. Ich find den ja ziemlich cool. D! tanzt den Travolta! Super. Wie oft will Kai Pflaume eigentlich noch erwähnen, dass Piere Briece – Mr. Winnetou – neun goldene BRAVO-Ottos erhalten hat? Tokio Hotel covern die Beatles. Nein, nein, das darf nicht sein! Oh, Bill hat sich als Nena verkleidet. Hab ich da auf einem Fan-Plakat Bill, bis gleich! gelesen? Nee, oder? Wenn die Pflaume jetzt noch ein Mal mit einer bescheuerten Perücke durch das Bild tanzt, muss ich mich übergeben! Was ich nie sehen wollte: Jeanette Biedermann als eine Mischung aus Madonna und Gwen Stefani verkleidet. Juhu! Roxette! (Vor einer Woche tanzten wir dazu noch auf der Box und jetzt gibt es sie wieder und sie sehen noch genauso aus wie damals!) Jetzt: Bill und Tom erklären die Welt. Wieso sollen gerade die zwei Hansel sich zur Neuen Deutschen Welle äußern? Das Gekreische nervt. Was ist da los?! Ich werde aus meinen abschweifenden Gedanken gerissen, als Kai Pflaume daran erinnert, dass Sido ja seine Doreen auf einer BRAVO-After-Show-Party getroffen hat. Aha. Nun eine ganz seltsame Band. Nie gesehen. Ich verstehe immer nur Ich wünsch dir einen Bierbus! (…), aber das singen die bestimmt nicht. Bedenklich. Jetzt ist es soweit: Take That (ohne Robbie) nach 10 Jahren auf der Bühne! Nein, die Show war jetzt zwar gefühlte 10 Jahre lang, aber es ist wirklich gemeint, dass Take That in dieser Konstellation 10 Jahre nicht auf der Bühne standen. Und nun das Highlight der Show und das mit Abstand Lustigste: Der Take That-Sänger bekommt bei Never forget einen dieser von der Hallendecke fliegenden Silberfussel in den Mund und versucht ihn während des Singens dezent mit den Fingern aus seiner Mundhöhle zu operieren. Wirkt sich interessant auf den Gesang aus. Hat was!

Doch: Wer es nicht gesehen hat, hat nix verpasst.

Der gestrige Abend war so ungefähr der langweiligste Abend meines Lebens. Ich schaute diese 50 Jahre BRAVO-Show nicht, weil ich das unbedingt habe sehen wollen, mir war nur so langweilig und ich noch gar nicht müde, weil nachmittags geschlafen. Und eigentlich wartete ich ja nur auf Jeepers Creepers, das im Anschluss laufen sollte und was dann wirklich super war.

cut the curtains

Oktober 16th, 2006

[current music: Kaizers Orchestra - knekker dig til sit]

RAMBA ZAMBA!

Oktober 9th, 2006

[current music: Mediengruppe Telekommander - sprengkoerper]


Wir haben’s schon wieder getan! Danke an Julia für das Foto!

sugared

Oktober 8th, 2006

[current music: Mediengruppe Telekommander - bild dir deine meinung]

der ultimate Steilgang

Oktober 8th, 2006

[current music: The Crash - coming home]

Man merkt, dass gestern Samstag, dass scheinbar alle Welt betrunken war und ihren Spaß hatte. Nicht umsonst entdeckt man nach dem Aufwachen Unmengen an SMS mit Tippfehlern und kurioser Grammatik auf dem Handy. Und überhaupt seltsamen Inhalts: Da wird bedauert, dass man sich in diesem Leben wohl nicht mehr zum ultimaten Steilgang sehen wird, dass ich irgendwen nicht mehr mag, weil ich schlafe statt zu antworten; ich werde aufgefordert um 4.40 Uhr morgens nach Gießen zum Britpop feiern zu kommen oder man fragt einfach nur, was ich an einem Samstag Abend so mache. Ja, was wohl? Schlafen. (Das klingt nur so verbittert.)
Ich bin auch nur ein bisschen neidisch auf die Menschen, die sich Samstag Abend der Feierei widmen, während ich schon längst schlafe und von Raffael von Urbino träume.
Aber eigentlich kann ein Abend daheim auch ganz nett sein. So habe ich mir gestern der Gemütlichkeit wegen meinen Fernseher samt Fernsehtisch ans Bett gerollt. Die Folge ist, dass ich nun eine schöne Schneise in meinem Zimmer habe – gesäumt von Weinflaschen und Klamotten. Äußerst gemütlich.

Der Moment des tiefsten Verfalls…

Oktober 6th, 2006

…ist damit wohl erreicht.
Ich kann es wirklich selbst kaum glauben, aber man hätte mich heute am frühen Nachmittag, statt – wie verkündet – in der Bibliothek, auf der Ersten Marburger Innenstadtkirmes antreffen können. Es bot sich auch an, dort hinzugehen, denn dieser großstädtische Vergnügungspark mit seinen fünf High-Tech-Karussels ist ja direkt neben der Bibliothek und der Mensa; hat aber dennoch nur zwei Studenten angelockt – mich und meine Begleitung.
Der Rest der dort Anwesenden war genauso, wie man es sich auf einer Kirmes vorstellt: Alte Ehepaare mit identischen Klamotten, die angeekelt und fassungslos auf die Fahrgeschäfte starren, Alkoholkranke, schreiende Schausteller, wurst-essende Männer, dicke, rauchende Kinder, Menschen, die das Fahrgeschäft des Fliegenden Teppichs anschauen, als hätten sie gerade eine Erscheinung und natürlich mittendrin die Marburger A- und B-Prominenz, die damit beschäftigt ist, die Festivität zu eröffnen und ein rotes Band zu zerschneiden.
Mitgerissen vom Ambiente, vom aus den Lautsprechern schallenden Eko Fresh und nicht zuletzt vom Super-Sonderangebot für nur 1 Euro mit dem Fahrgeschäft namens BreakDance fahren zu können, taten wir das auch. Bereuten es allerdings schon, als wir die neongelben Marken in der Hand hielten und darauf warteten, einsteigen zu dürfen. Es ist schon nicht so schön, durchgeschüttelt und herumgeschleudert zu werden, während die Black Eyed Peas singen und ein Mann Dinge wie Alles Banane?! ins Mikro brüllt. Sichtlich geschafft, mit zerzaustem Haar schwankten wir von der BreakDance-Plattform und wendeten uns langsamen Schrittes dem Bierzelt zu.
Der Höhepunkt der Peinlichkeit war dann eigentlich erreicht, als meine Begleitung sich im Bierzelt erkundete, wann Bieranstich sei und ob es denn Freibier gäbe. Das hätte ich mir wahrlich nie träumen lassen: Nachmittags halb zwei auf der Kirmes stehen und fragen, wann es Freibier gibt; so als könnte man es nicht erwarten. Das ist wie unruhig vor der Kneipe darauf warten, dass sie endlich öffnet.
Bevor es das Bier und die belegten Brötchen gab, mischten wir uns unauffällig unter die Prominenz und machten einen kurzen Spaziergang über den Veranstaltungsort, hörten uns diverse Reden im Festzelt an, unter anderem von einem Pfarrer, der auch Kirmes- und Schaustellerseelsorger ist, und betrachteten dann, wie der Bürgermeister sich beim Bieranstich gekonnt mit Bier bespritzte. Alle jubelten.

Manche Bücher sollte man lieber nicht verfilmen.

Oktober 5th, 2006

Manche Bücher sollte man lieber nicht verfilmen. Dies wurde mir gestern so richtig bewusst, als ich Das Parfum geschaut habe.
Nach zwei Minuten war klar: Das wird nichts, das kann nichts werden. Wie denn auch, wenn die erste Einstellung ein verdunkeltes Gesicht ist, die Nase langsam nach und nach intensiver beleuchtet wird, der Zoom immer mehr auf die Nase (wo auch sonst?!) hin geht und dann dieser Kerl zu allem Überfluss auch noch die Nüstern bläht? Ich meine, was soll das denn? Und es wird ja nicht besser. Jede fünfte Einstellung ist eine Nase. Wir kennen jetzt Ben Whishaws Riechorgan besser als unser eigenes und würden eigentlich gern darauf verzichten, so mein Eindruck, als ich meine Begleitung während des Films fragte Du, wie spät ist es eigentlich? und als Antwort ein motziges Mitternacht! zurückkam, obwohl es vielleicht 21 Uhr gewesen sein mag.
Selten habe ich einen so langweiligen Film gesehen, der sich auch noch derart übertrieben in die Länge zog; und zwar ab dem Zeitpunkt, als Grenouille sein letztes Opfer stalkte. Überhaupt: Wieso erinnerte mich dieses Schauspiel an eine Schultheatergruppe? Warum sah Dustin Hoffman aus wie ein Clown? Und was sollte Grenouilles Gehampele am Ende (Ende!? Danach ging es ja leider Gottes noch 20 Minuten weiter!) auf dem Schafott? So stand das aber nicht im Buch. Und eigentlich ist es auch nicht schlimm, wenn man sich nicht haargenau an die literarische Vorlage hält, aber schlechter machen muss man das Ganze wiederum auch nicht. Und eigentlich hielt man sich ja an die Vorlage, vielleicht sogar zu sehr. Man hangelte sich von Station zu Station des Romans, nur eben war’s im Roman wesentlich spannender und schöner gestaltet.
Ach, und diese Erzählstimme die ganze Zeit, die so auf weihnachtlich getrimmt war – ekelhaft.
Im Fernsehen hätte ich längst ausgeschaltet, was ich im Kino bis zum bitteren Ende ertragen habe. Aber das ist ja immer so.

Würde ich sowas wie Filmpunkte vergeben, wären das hier vielleicht 3,5/10.

everything he had in art, he had from me

Oktober 3rd, 2006

[current music: The Divine Comedy - absent friends]

Ein bärtiger, traurig dreinschauender, etwas stämmiger Mann, Michelangelo, steht vor einem riesigen Wandbild von Raffael und denkt sich Scheiße, was das denn?!, als er sich auf dem Bild wiedererkennt.
So etwas träume ich.
Während der Zwischenprüfungsvorbereitungen dauernd einzuschlafen ist nicht so optimal. Besonders dann nicht, wenn es an der Zeit ist, mal voranzukommen.
Was man mir aber zu Gute halten muss: Wenigstens beschäftige ich mich auch in den kurzen Schlafperioden – ja, kurz, weil entweder ein Mitbewohner rumpoltert oder der andere mir SMS aus zwei Zimmern Entfernung sendet – mit dem Prüfungsstoff: Raffael.

Doch nun das, was Michelangelo wirklich über Raffael gesagt hat:

All the discord that was born between Pope Julius and me was from the envy of Bramante and of Raphael of Urbino; and this was the reason for the pope’s not continuing his tomb during is lifetime, in order to ruin me. And Raphael had good reasons for this, because everything he had in art, he had from me.

Schade eigentlich, dass Michelangelo nicht wenigstens im Traum ausgerastet ist und Bierflaschen gegen Raffaels Wandbild geworfen hat…

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