sickgirl

summer

Juli 27th, 2006

[current music: Lush vs. Jarvis Cocker - ciao!]

in der fisco

Juli 27th, 2006

[current music: The Crash - lauren caught my eye]

Wir wollen ja die Tradition, von ausschweifenden Abenden zu berichten, nicht verkommen lassen.
Es ist gerade 8 Uhr. Seit einer viertel Stunde darf ich dem tosenden Lärm der Straße beziehungsweise des Parkhauses, an dem seit gefühlten zwei Jahren unablässig gebaut wird, folgen. Hinzu kommt noch, dass die Sonne so richtig schön in mein Zimmer scheint. Auf mein Bett natürlich. Jeden Morgen wache ich schweißgebadet (lecker) auf und verfluche diese Wohnung. Vielleicht sollte ich Ästhetik Ästhetik sein lassen und ebenfalls meine Fenster mit Zeitungen bekleistern, so dass weder Licht noch Sonne in mein Reich dringen können. Hat ja seine Vorteile so etwas. Oder ich stelle mein Bett woanders hin. Aber solang das Kondenswasser noch nicht von der Decke tropft, darf man sich nicht beschweren.
Gestern Abend also die Lokalität, die einem Brutkasten gleicht. Die Lokalität, bei der die Scheiben im Laufe des Abends von innen beschlagen bis das Wasser an ihnen hinunterläuft. Die beste Musik, die Marburg zu bieten hat, läuft dort. Zwar immer das gleiche, aber das ist immerhin gut.
Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so geschwitzt. Ich hatte das Gefühl, ich sei einen Marathon gelaufen; nicht dass ich das je gemacht hätte, aber so verschwitzt ist man bestimmt danach. Meine Haare waren teilweise nass. Und das heißt schon was, denn ich schwitze eher selten. Ich habe mir manches Mal schon eingebildet, meine Schweißdrüsen seien verkümmert. Aber nein, alles in Ordnung. Funktioniert einwandfrei, weiß ich seit gestern.
Was wir da Schönes gemacht haben? Bescheuert getanzt, Bier getrunken, bei Schrei nach Liebe von den Ärzten (u.a.) bis zur Heiserkeit mitgegrölt, Scherben aus Fußsohlen operiert, in Bierlachen gesetzt und seltsame SMS verschickt, die aus heutiger Sicht ein klein wenig peinlich sind, denn so genau wollt man’s ja doch nicht sagen. Überhaupt sollte ich mal die schönsten, unter Alkoholeinfluss entstandenen, von mir und meiner stetigen Begleiterin verfassten SMS sammeln. Die Nachrichten, in denen man davon berichtet in der fisco zu tanzen oder jene die erklären, dass der MiniMal-Markt ein Supermarkt ist – auch wenn niemand danach gefragt hat.

Begegnungen I

Juli 24th, 2006

[current music: The Killers - believe me natalie]

Ich hatte schon so meine Begegnungen hier in Marburg. Auch eklige (Mein wohl am meisten benutztes Wort im alltäglichen Sprachgebrauch.). Überhaupt komme ich ziemlich oft in solch prekäre Situationen, in denen ich Dinge mit ansehen muss, die ich eigentlich gar nicht sehen will. Und dann, dann kann ich nicht wegschauen. Ich kann mich nicht dagegen wehren. Immer muss ich hinschauen, wenn andere Menschen ekelhafte Dinge veranstalten.
Wenn die Germanistikstudentin sich pausenlos das Ekzem am Mundwinkel aufkratzt, mit der Zunge darüberleckt, das Blut oder was auch immer alle zwei Minuten abtupft und sich scheinbar nicht einmal geniert.
Ich meine, der Spanischunterricht war immer langweilig. So langweilig, dass es sogar spannender war, die sich im Wind wiegenden Bäume oder die Mitstudenten zu beobachten. Aber ich hätte gern darauf verzichtet, zu sehen, wie andere sich gedankenverloren irgendwelchen Schorf vom Oberarm kratzen. Also wirklich.
Oder dieser eine Junge in der Vorlesung. Der, der neben mir saß und unentwegt auf seinem Stuhl hin- und herrutschte. Hektisch nach vorne, nach hinten und zur Seite schaute. Doch irgendwann kehrte Ruhe ein, denn irgendwann begann Blut aus seiner Nase zu laufen. Und mir wurde übel. Er stopfte sich Taschentuchteile in die Nasenlöcher, allerdings nicht ohne sie vorher im Mund anzufeuchten. So hatte er bisweilen ein Ende des Taschentuchs in der Nase und das andere im Mund. Ich kann mir morgens um 11 Uhr wirklich Angenehmeres vorstellen. Noch nie habe ich das Ende meiner Lieblingsvorlesung so schnell herbeigesehnt wie an jenem Tage.
So ist das.

viel besser als das

Juli 24th, 2006

[current music: Scooter - Maria (I like it loud)]

Mir geht’s besser als es vielleicht aussieht. Viel besser.

turn it up!

Juli 23rd, 2006

[current music: na, was wohl?!]


Robots In Disguise – turn it up. Weil’s einfach fantastisch ist. Und weil mich das Operngejaule meines Mitbewohners ziemlich nervt. Irgendwie muss man das ja übertönen. Und das ist das Schönste, was sich dazu anbietet.

nach Hause telefonieren

Juli 23rd, 2006

[current music: Refused - protest song '68]

Zuhause (Ja, ich sage immer noch Zuhause, obwohl Marburg eigentlich mein Zuhause sein sollte und vielleicht sogar ist.) anrufen ist der pure Horror. Vor allem, wenn daheim gerade eine Familienfeier stattfindet. Dann darf nämlich jeder mithören, was ich zu berichten habe, weil man das Telefon erst einmal schön prominent in die Mitte des Tischs stellt und den Lautsprecher einschaltet. Wunderbare Ton- und Klangqualität sind die Folge – zumindest für mich. Und seitdem man auch ein neues, scheinbar äußerst hochwertiges Telefon sein Eigen nennt, kommt von dem, was ich sage, auch nur die Hälfte dort an, wo es ankommen soll; so dass alle zehn Sekunden irgendwer nach dem Hörer greift und Hallloooo? hineinbrüllt. Aber auch so laut, dass ich fast einen Hörsturz erleide. Anstrengend. Ein weiterer Nachteil ist, dass ich all das hören kann, was die Feiernden von sich geben, während sie schon denken ich sei längst nicht mehr am Apparat beziehungsweise könne sie ebenfalls nicht hören. So auch den Einwurf meiner Mutter: Bei Doreen weiß man das immer nicht, ob die dran ist oder nicht. Die sagt manchmal nichts. Danke, Mutti. (Stimmt natürlich nicht, auch wenn ich Telefonieren wirklich verabscheue.)

Tagebuch einer Trinkerin

Juli 23rd, 2006

[current music: Kashmir - big fresh]

Das Tagebuch einer Trinkerin (oder so ähnlich) hielt ich heute kurz in den Händen, als ich bei der jährlichen Sonderaktion im Antiquariat stand. Und wie schon im letzten Jahr war mir schwindlig, so dass ich mich nicht länger als 30 Sekunden am Stück über die Bücherkisten beugen konnte, ohne dass es – wie man hier in Marburg so sagt – schwappt. Jedenfalls dieses Tagebuch; nicht, dass ich mich angesprochen fühlte, aber irgendwie wird in letzter Zeit schon viel gefeiert und somit auch getrunken. Ich halte mich dann aber doch lieber an Bücher wie Mein Freund der Dachshund oder an das Handbuch für Friedhofsgärtner, deren Titel allein mich schon sehr beeindruckt haben.

Habe ich gestern Nacht wirklich geschafft, mich auf diesem komfortablen, echt riesigen Behinderten-WC einzusperren? Ich frage mich noch immer, wieso die verdammte Tür nicht mehr aufging. Bestimmt irgendeine Schutzvorrichtung. Erstaunlich nur, dass meine Begleiterin die Tür von außen mit nur einem einzigen Runterdrücken der Klinke aufbekam, nachdem sie wohl das verzweifelte auf und ab derselben wahrnahm. Lieber nicht weiter drüber nachdenken.

Hier kommen in letzter Zeit nur noch Dinge zur Sprache, die eher beschämend sind und unter Alkoholeinfluss geschahen, was natürlich nicht heißt, dass wir hier in Marburg nur am Trinken sind. Und irgendwann wird selbst das ein Ende haben.

Und weil der Himmel heute für einen kurzen Moment so schön rot war und alles mit ihm ins Rote getaucht hat, gibt es ein Foto. Ein Foto, auf dem man das Rot nicht mehr wirklich sieht, aber das macht nichts. Man stelle sich das Ganze doch bitte in rot vor:

Es muss geschlafen werden.

turn up the sun

Juli 19th, 2006

[current music: Dynamo 5 - the letter]

Sch(w)ein gehabt! (ein bekloppterer Titel ist mir gerade nicht eingefallen, sorry)

Juli 18th, 2006

[current music: Blur - gene by gene]

Immer noch umfängt ein flaues Gefühl meine Magengegend. Das war zuviel für meine Nerven gerade. Schweißausbrüche, Übelkeit und Hitzewallungen. Alles im Wechsel hintereinander weg. Man ließ mir gar keine Verschnaufpause. Hektik. Und all das, weil mir am wohl heißesten – zumindest gefühlt heißesten – Tag des diesjährigen Sommers in den Sinn kommt, dass es da doch noch diesen einen Schein gibt. Der Schein, den ich noch nicht im Prüfungsamt abgegeben habe, weil ich ihn erst im Laufe des Semesters erhalten habe. Die Suche musste, denn es ist ja mittlerweile dunkel, unter Festbeleuchtung vonstatten gehen, damit ich auch ja nichts übersehen kann, sich mein Zimmer noch ein bisschen aufheizt und die ganzen Insekten da draußen auch sehen, wo sie hinfliegen.
Mit wenig festem Inhalt im Magen, dafür einer Menge Licher x² (Bald sind Ferien! Deswegen geht das in Ordnung.) reiße ich alle Schubladen nach und nach aus ihrer Verankerung, zerfleddere die im Ansatz bestehende Ordnung meiner Papierunterlagen und zerre sämtliche Bücher aus den Regalen, denn irgendwo muss er ja sein – dieser eine Schein! Mindestens zwei Stunden lang durchlebte ich schlimmste Ängste und Alpträume. Pötzlich verstand ich, was gemeint ist, wenn gesagt wird: Das Schlimmste an der Zwischenprüfung ist die Anmeldung. Ja, genau. Ohne Schein keine Anmeldung, keine Zulassung. Ohne Ordnung kein Schein. Und so weiter.
Erst ein Anruf beim Kommilitonen, eine eingehende Betrachtung meines Terminplaners, brachte die Gewissheit: Womöglich habe ich den Schein längst eingereicht. Womöglich an jenem Tag, als ich den Termin beim Prüfungsamt hatte und alle meine Scheine, die ich bis dahin zusammen hatte, eingereicht habe. Hoffentlich liege ich diesmal richtig.

links vor rechts

Juli 18th, 2006

Meine Schwester: was hastn du eigentlich für einen fehler gemacht? in deiner prüfung damals?
Ich: hm links vor rechts verrafft
Meine Schwester: mhm okay…is gut fehler von andern zu kennen, so achtet man mehr darauf
Meine Schwester: ausserdem heißt das rechts vor links ;)

Es ist vielleicht nicht die allerschlechteste Entscheidung meines Lebens gewesen, mich vorerst nicht wieder hinter das Steuer eines Autos zu setzen.

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