sickgirl

ompa til du dør

Januar 31st, 2006

[current music: Kaizers Orchestra - naade]

Hummeln im Arsch. Das trifft’s. Seit Tagen in Bewegung. Immer was zu tun, und am besten fünf Sachen gleichzeitig, auch wenn sie noch so unsinnig sind. Und immer tolle Ideen dabei: Einen Kopierer hätte ich gern, aber so einen großen wie in der Uni. Ein Aquarium sowieso. Und einen Kratzbaum für Miez, den er mit hoher Wahrscheinlichkeit eh nicht nutzt. Ein Flug nach Norwegen ist gar nicht so teuer. Und ein Auslandssemester in England wäre auch mal super. Zum Glück, gibt es genug Menschen, die mir ausreden den Kauf irgendwelcher riesigen Karnevals-Umschnalltrommeln in Erwägung zu ziehen.

Morgen: Maximilian Hecker in Marburg!
Sonntag: Kashmir in Frankfurt!
März: Kaizers Orchestra in Frankfurt! Juhu! (Für diese Band werde ich nochmal zum Groupie..)

Viel zu gut geht es mir. Vielleicht werd ich auch nur verrückt.

Und da fällt mir ein, das Bläck Fööss-Konzert am Kölner Dom damals, bei dem ich rein zufällig landete, war gar nicht so übel. Das muss mal gesagt werden.


Miez hat keine Gliedmaßen mehr!!

Francis’ Lonely Nights

Januar 28th, 2006

Ich wollte nur gesagt haben, dass ich hier definitiv ein Album vergessen habe:

eine riesige Krebszelle

Januar 23rd, 2006

Mit Hilfe des Selbstdiagnose-Buchs, welches ich vor Jahren – zu der Zeit als ich nach Marburg übersiedelte – meiner Mutter entwendete, habe ich es letzte Nacht geschafft, mich um den Schlaf zu bringen. Meine Schmerzen wurden anhand der Diagnosetafel Nummer 40 mit dem Überbegriff “Atemschwierigkeiten” als eine Lungenembolie gedeutet. Oder wahlweise auch als Lungenkrebs. Jedenfalls sollte ich mich unverzüglich in die Klinik einweisen lassen! Dass man danach nicht allzu gut schläft, ist klar. Auch als Nicht-Hypochonder.
Dieses Buch wird mir noch einmal den Verstand rauben. Wäre alles so dramatisch und wahr, wie es darin steht, wäre ich mittlerweile wahrscheinlich eine riesige Krebszelle.
Und wenn man des Nachts im Bett liegt und über eine Embolie nachdenkt, ist das Wörtchen Emblem gar nicht so weit weg vom Ganzen. Und das Emblemprogramm im Nürnberger Rathaus schon mal gar nicht. Und mit dem Referat zum eben genannten Thema verhält es sich ganz ähnlich… Und so kommt eines zum Anderen.

Aber jetzt versuche ich an etwas anderes, an etwas Schönes zu denken und gehe ins Bett.

böse

Januar 22nd, 2006

[current music: Clap Your Hands Say Yeah - clap your hands!]

Wir waren zu dritt und kämpften lange gegen ihn, den keiner kannte und von dem niemand wusste, wieso er uns angriff. Mit allem, was uns zur Verfügung stand, versuchten wir uns zu wehren. Mit Feuer, mit Stöcken, mit Messern. Es schien so aussichtlos. Ich hatte Angst. Angst vor ihm. Aber auch Angst um den, der zu alt und um die, die zu jung war.
Doch dann war auf einmal Hilfe da. Ein kleiner Mensch. Er brachte den Alten und die Junge hinaus – weg von der Gefahr. Der, gegen den wir gekämpft hatten, lag jetzt am Boden. Ich verließ den Raum, schloss die Tür ab, stand auf einem Hof, ging ein Stück mit dem guten Gefühl es geschafft zu haben und dem Vorhaben die anderen zu suchen.
Der kleine Mensch stand in einem Stall über einen prall gefüllten Sack gebeugt. Er schaute argwöhnisch umher. Erst jetzt fielen mir seine schwarzen Augen auf. Ich ging in seine Richtung, er in meine. Ich fragte ihn, wo der Alte sei und er schaute auf eine geschlossene Tür und sagte nur böse. Ich fragte, wo sie sei. Er sagte: böse. Und ich? Bin ich auch böse? Ich konnte mir die Antwort denken, aber ein bisschen Hoffnung blieb doch. Er antwortete nicht und schwang einen prall gefüllten Sack, den ich erst jetzt neben ihm wahrnahm, in meine Magengegend.

ich bin so müde

Januar 19th, 2006

[current music: James Blunt - high]

Als ich ihn da liegen sah. Er so bunt, der Rasen so grün. Da wurde ich gar nicht traurig. Er sah grotesk aus. Bemalt wie ein Clown, der Mund weit aufgerissen. Der ganze Körper aufgedunsen. Er lebte nicht mehr. Und ich ging mit ihr an ihm vorbei. Traute mich kaum hinzuschauen. Aus Angst doch noch traurig zu werden, denn das war ich bisher nicht.

Er meinte, sie sei tot, doch es gäbe Ersatz. Als es auf sie fiel, sagte sie nur: ich bin so müde. Ganz plötzlich weiß ich nicht mehr, wie sie aussah. Und ich werde sie nie wieder sehen. Nur vereinzelte Dinge bleiben. Und der Ersatz. Er hat blaue Augen.

Und dann ist da noch die, die schwimmt. Und nichts unternimmt, als das Baby auf den Boden sinkt. Ich schreie sie an. Sie holt es hoch. Legt es an den Rand. Und schwimmt weiter. Sonst nichts.

Das ist es, was ich träume.

Freitag, der Dreizehnte oder die 26 Stunden von Marburg

Januar 15th, 2006

Am Freitag fand also meine Geburtstagsparty statt und glücklicherweise gab es jemanden, der seine Eindrücke diesbezüglich niederschrieb und das möchte ich Euch nicht vorenthalten:

Ich fahre über die Stelzenstrasse. Der CD-Player spielt gerade Kettcar. Bei der Zeile “Wo fängt es an, wann wird es enden” fahre ich am Bahnhof vorbei zur Oberstadt. Ich habe zu spät angehalten, muss einmal über den Berg und dann in einer großen Kurve wieder zurück. Schließlich finde ich das Haus, lade die Gastgeberin mitsamt Leergutsammlung ein und wir holen ein halbes Dutzend Kästen Bier. Dann stehen wir vor dem Panoramafenster. Die Stadt und der Fluss liegen uns zu Füßen, die Party kann beginnen.

Erst sitze ich allein mit ihr und dem großherzigen Hamburgschüler in der Ecke, später kommen die Mitbewohner. Frühe Gäste klingeln. Der erste studiert Chemie und propagiert via T-Shirt die Freiheit von Regierung. Bald gesellen sich weitere Leute zum Anarchochemiker. Die Runde wird größer, das Bier schmeckt besser. Klack und Zack. Wir stoßen an, gestikulieren mit den Flaschen, reden, lachen und begrüßen neue Gäste.

Die vier Jungs haken routiniert die Checkliste für einen Auftritt als Alphamännchen ab: Gäste mit ungerührtem Blick checken, Gastgeberin anflirten, andere Männer mit vorgeschobenem Kinn verscheuchen, dann breitbeinig hinsetzen und wieder die Gastgeberin anflirten. Ich merke schnell, dass es sich hier um Profis handelt, von denen sich ein Weener wie ich noch ein Scheibchen abschneiden kann. Getrübt wird meine Bewunderung allerdings durch eine Tanzeinlage des Glatzenfrisur-Alphamännchens mit einem Stoffteddy. Hä? Der Typ liest offensichtlich andere Männermagazine als ich. Hier muss es sich um irgendetwas Metrosexuelles handeln. Dann verziehen sich die Alphamännchen schnell auf eine andere Party.

Schade um die Jungs. Sie verpassen, wie ich mit dem Satz “Ich setz mich zu euch, damit ich aus dem Männerghetto rauskomme” zum Kernteam mit den besten Frauen aufschließe. Von links nach rechts: Die geheimnisumwitterte Gastgeberin, die euphorische Musikenthusiastin, die sarkastische Kunsthistorikerin und die wunderschöne Journalistin. Da ich wunderschöne Journalistinnen aus beruflichen Gründen ganz große Klasse finde, rede ich anfangs nur mit ihr. Allerdings hat sie einen phänomenalen Begleiter: den charmanten Juristen. Als ich meine Überraschung überwunden habe, beginne ich mit beiden eine intensive Partyfreundschaft, in der wir 11 der 14 drängendsten Weltprobleme lösen, die berufliche Perspektive von Freiberuflern völlig neu definieren und irrsinnig viel Bier und Wein trinken.

Später erlebe ich das Zuprosten mit der sarkastischen Kunsthistorikerin als Epiphanie. Und dann diese innere Stimme: Warst du nicht immer ein großer Freund von sarkastischen Kunsthistorikerinnen? Ja! Allerdings mag ich auch Musikenthusiastinnen und die Gastgeberin sowieso. Großer Gott, ich kann mich nicht entscheiden. Hinten rechts eine Punkerin, vorn an der Haustüre eine Gothicwaverin (oder so). Die sensorische Flut droht mich zu überwältigen.
Egal, ich beschließe, einfach alle und alles toll zu finden. Das ist immer die beste Einstellung. Think positive! Drink excessive! Party intensive!

Also gut, auf vielfachen Wunsch jetzt etwas Theorie und zwar ein Auszug aus meiner unveröffentlichten Abhandlung “Partysophie. Zur sozialen Grammatik von Gruppenritualen am Beginn des 21. Jahrhunderts.” Ich beginne mit Seite 67 oben: “Partygäste begegnen entweder enigmatisch oder paradigmatisch oder als bloße Statisten. Der enigmatische Partygast habitualisiert in einer Wolke aus Gerüchten und Vermutungen sich. Der paradigmatische Gast dagegen ist bestens mit einer Erkenntnis aus der Welt des Agonalen zu fassen: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.”

Kurz darauf wollen die Frauen aus dem Kernteam erstmal nichts mehr von mir wissen. Kein Problem, ich meditiere mit dem ernsthaften Philosophen über Hegel. Es könnte aber auch Luhmann gewesen sein. Obwohl eher Nietzsche gepasst hätte – allein schon wegen des Dionysischen im Numinosen dieser Party. Mal stehen wir, mal sitzen wir. Ich winke diesem und jenem, vergesse zwischendurch sogar für einen Moment das Biertrinken. Die euphorische Musikenthusiastin flitzt an mir vorbei und sucht nach mehr Wein.

Dann erspähe ich in der Küche IHN, im schmalen Türrahmen wie eine orthodoxe Ikone erscheinend, das Haupt von einem Lichtkranz umwabert; ER ist der Guru. ER thront hinter dem Küchentisch auf seinem heiligen Klappstuhl und segnet die Party mit ausgebreiteten Armen. Und ER ist nicht allein unter uns gekommen, ER führt zwei Jünger mit sich, einen zu SEINER Linken und einen zu SEINER Rechten, zwei Künder und Propheten. Und sie verkünden SEINE heilige Botschaft in Engelszungen: Kommet her und labet euch an White Russian. Das muss man uns nicht zweimal sagen.

Später stehe ich im Durchgang zur Küche und halte einen Bierhumpen in der Hand, wohl gefüllt mit Aldikola. I need a break, i need a zuckrige Koffeinbrühe. Die Partygäste fluten an mir vorbei. Die wunderschöne Journalistin wirft den Kopf zurück. Für Sekunden scheint die Wolke aus Haar um ihren Kopf einzufrieren. Ich erlebe ein Ravershigh. Die Musik greift mir von hinten ins Gehirn und flutet es mit einem blassblauen Nebel aus Gitarrensounds. Amor grinst mir breit zu, ich fühle mich als Sieger. Die euphorische Musikenthusiastin lehnt mit glühenden Augen im Türrahmen. Die sarkastische Kunsthistorikerin kommt auf mich zu, sekundenlang sehe ich ein freches Grinsen, dann rauscht sie vorbei. Der großherzige Hamburgschüler trinkt White Russian. Der Guru mixt und mixt und mixt. Irgendwer braucht jetzt Wodka pur. Die geheimnisumwitterte Gastgeberin schwebt von einem zum anderen, lächelnd und glücklich.

Im Flur steht der Local Hero, der hiesige Referenz-Hipster. Er kommt wie immer erst um Fünf, wenn das Fußvolk bereits schläft. Er trägt DJ-Frisur und DJ-Brille wie eine Waffe im Krieg mit den Zumutungen der Provinz. Er hat einen Assi zum Plattenkofferschleppen. Doch die Party bröckelt bereits. Der erste Gast legt sich einfach auf den Fußboden. Die meisten Leute verschwinden nach und nach. Die sarkastische Kunsthistorikerin wirft alle raus, die Gastgeberin liegt schon im Bett. Dann schließt sich die Haustür auch hinter dem Local Hero, wir gehen ins Bett, es ist sechs, am anderen Tag, alles ist gut, richtig gut.

Gegen Mittag schrecke ich hoch, der Kater maunzt ausdauernd vor meinem Bett. Ich öffne die Augen und blicke in einen wandhohen blauen Himmel. Der Raum ist durchflutet von hellem Licht. Später sitzen wir in der Küche und sortieren die Erlebnisse der Nacht. Kaum jemand hat Schädelbräu getrunken. Viele Leute haben Becks in Sixpacks mitgebracht. Und warum zur Hölle hat sich niemand über die acht Flaschen Sekt von der Sylvesterparty hergemacht?

Dann geht alles ganz schnell. Ich packe mein Zeug, erkläre noch, dass Frauen in den 80ern Frisuren wie explodierte Pudel hatten und werfe mich nach zwei Stunden eiliger Fahrt auf mein Sofa. Um acht Uhr abends bin ich so weit regeneriert, um erstmals an diesem Tag etwas zu essen. Dann setze ich mich erschöpft in einen Sessel. Kurz bevor ich eindöse, beschließe ich noch, dies alles einmal aufzuschreiben.

wir zwei beiden

Januar 12th, 2006


Amor als Sieger

Januar 9th, 2006

[current music: Die Ärzte - die allerschürfste]


Ich liebe es. Das Gemälde. So wunderschön. Und bald hängt es als Poster über meinem Sperrmüll-Sofa – natürlich gerahmt. Juhu.
Ist gar nicht wahr, ich schreibe nicht nur, wenn es mir ganz schlecht geht, sondern auch wenn es mir super gut geht. Nicht, dass das oft vorkommen würde, aber heute wundersamer Weise schon. Das steht im Kontrast zu den letzten Wochen. Und bestimmt auch zu Morgen. Und überhaupt. Vor lauter Hyperaktivität bin ich schon vom Drehstuhl gefallen, habe Katzenfutterglibber durch die Küche katapultiert, Telefon- und Mailterror betrieben und war neun Stunden in der Uni.

Aufschreiben hilft da auch nicht mehr

Januar 3rd, 2006

Es war ein Summen. Das wurde immer lauter. So laut, dass ich mir die Decke über den Kopf zog. Das Bett wackelte. Ich konnte nicht schreien. Ein Hilfe presste ich heraus. Zwei, Drei. Es ging nicht. Da ist etwas auf der Decke, etwas Schweres. Alles wackelt, das Bett verschiebt sich, wandert durch den Raum. Tosender Lärm. Ich will schreien und kann nicht. Und das alles ganz real. So kam es mir vor. Ich war überzeugt davon.

Vielleicht vertragen sich meine Tabletten mit dem Rotwein nicht. Ich spüre jetzt noch, wie ich gezittert hab und das Bett mit mir. Wie ich schreien wollte und es mir die Kehle zugeschnürt hat. Wie etwas Kleines und Schweres auf mir herumkletterte.
Das war zuviel.
Nie mehr schlafen.

meine Lieblings-Alben 2005

Januar 1st, 2006



Reihenfolge beliebig.

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