untouchable
November 29th, 2005[current music: Samsas Traum - a.ura und das schnecken.haus]

Entweder ist das jetzt die beginnende Winterdepression oder die Bewusstwerdung eines immensen Schadens. Wohl beides irgendwie.
Der Zaun vor, die Gefahr hinter mir. Ich hielt an, wollte aufgeben. Allem ein Ende machen. Machen lassen. Ich wusste, es wird schlimm; aber auch dass es ein Ende haben wird.
In jenem Moment nahm er meine Hand. Wir flogen davon. Ich an seiner Hand. Ganz weit oben.
Der schönste Traum, den ich je hatte. Und dabei geht es nicht um ihn, nur um das Gefühl.
Ich verstehe damals wie heute nichts.
Tanz der Gene
November 24th, 2005
Wie ich so daran dachte, bald wieder offiziell ein Jahr älter zu sein, fiel mir das Buch ein, das ich zum letzten Geburtstag bekam; das ich unbedingt haben wollte. Tanz der Gene von Armand Marie Leroi. Medizin studiert habe ich zu jenem Zeitpunkt nicht mehr – was vielleicht das Interesse für ein solches Thema legitimiert und Sensationslust ausgeschlossen hätte -; das Buch musste es einfach sein – trotzdem, aus reinem Interesse. Jetzt endlich habe ich es gelesen.
Wie der Untertitel schon verrät, geht es in diesem Buch um mehr oder weniger seltene Mutationen. Mutationen, welche die Embryonen, die Haut, Arme und Beine, das Skelett, Geschlecht oder das Wachstum betreffen. Eine Vielzahl von Krankheiten, verursacht durch Mutationen, werden historisch betrachtet, bebildert und erklärt. Das klingt gerade vielleicht nicht so spannend, weil es wahrscheinlich die grausamsten Erinnerungen an Schul- und Studienbücher zum Thema Genetik und Biologie ins Gedächtnis ruft. Doch ich muss sagen, das Buch ist sehr interessant. Man liest von Dingen, von denen man nie gelesen hat. All das Hintergrundwissen zu den Krankheiten, ihr erstes dokumentiertes Auftreten, gesellschaftliche Reaktionen, die Historie waren spannend zu lesen und mir völlig neu. Ich muss zugeben, manche Sachen hätte ich auch lieber nicht gelesen, weil sie mir zu genetisch, biologisch und medizinisch waren. Etwas langweilig für meine Begriffe, aber wohl unumgänglich, um Mutationen zu erklären. Das habe ich eingesehen und mich tapfer durchgekämpft.
Und immer wieder betrachtete ich beim Lesen unwillkürlich meine Gliedmaßen und war erstaunt und froh, dass meine 30 000 Gene sowie die ganzen Proteine alles ganz gut gemacht zu haben scheinen. Glaube ich zumindest. Das Buch macht nachdenklich und manchmal traurig und ängstlich.
Leroi, ein Entwicklungsbiologe, hat ein optimistisches Buch verfasst, so schwer das bei dem Thema auch scheinen mag. Er zeigt die Vielfalt der Natur ohne dabei auch nur einmal schaulustig, respektlos oder sensationsgierig zu wirken.
Ich glaube, das ist jetzt das erste Weihnachten seit Jahren für das ich mir einen Wunschzettel geschrieben habe. Wie ich dazu komme, fragte ich mich wohl auch, als ich den Zettel vor einigen Tagen wegwarf, um ihn dann gestern erneut zu schreiben. Werde ich senil oder ist das ein Zeichen von Regression? Wahrscheinlich ist es die Gier. Wenn schon keine Sensationsgier, so doch wenigstens ein bisschen nach zwei Büchern (#1, #2) im Besonderen.
autumn
November 23rd, 2005weil’s irgendwie schön ist
November 20th, 2005lonely day
November 19th, 2005[current music: System Of A Down - she's like heroin]
Es war gar nicht so dunkel, wie man es in solchen Situationen erwartet. Eine der Stimmung angemessene Dunkelheit. Es war ganz hell. Überall weiße Wände, die die endlosen Tunnel säumten.
Ich war nicht allein. Wer bei mir war, weiß ich nicht, doch allein war ich nicht. Wir alle taten das gleiche. Wir liefen. Wir liefen davon. Vor was – ich weiß es nicht.
Wir konnten nichts anderes tun als laufen.
Bis an’s Ende.

Kennst du das? Dieses Gefühl, dieser unbegründete Unmut einer Person gegenüber. Sie kann für nichts und doch bewirkt sie. Nur sie.
Du träumst jede Nacht von ihr. Und immer wieder tut sie das, was sie in der Realität nie tat; vor dem du nie Angst hattest; an dass du nie dachtest. Doch seit du diese Träume hast – erst seitdem, weißt du, sie wird dich verletzen. Sie wird dir weh tun. Früher oder später. Aber sie wird.
Du magst dir einreden, das sind alles nur Träume, doch tief im Inneren weißt du, sie werden real. Irgendwann. Nichts kannst du dagegen tun.
Bis dahin träumst und wartest du.
Miez stellt sich vor:
November 16th, 2005[current music: The Pipettes - i like a boy in uniform (school uniform)]

give Miez a chance
November 13th, 2005
Ich wünschte, das wären nicht nur kleine Kratzer an meiner Hand, sondern tiefe Risse. So tief, dass immer etwas von ihnen zurück bleiben würde. Um nicht vergessen zu lassen. Um nicht verdrängen zu können. Erinnerungen, die den Schmerz des Moments immer wieder zurück holen würden.
Die letzten vier Tage spontan daheim bei meinen Eltern verbracht und Miez hierher verfrachtet. Morgen Tierarzt, Uni, Spanisch und dann mal schauen.
Wellen
November 9th, 2005[current music: Selma Hayek & Los Vega - la bruja]
Es war alles so anders. Statt der Straße, die durch den Ort verläuft, war dort Wasser. Ein Fluss. Nein, kein Fluss. Schmal wie ein Fluss, doch Wellengang wie am Meer. Die Wellen verliefen von einem Ufer zur Gegenseite und verendeten im Sand – kurz vor den Häusern. Es war wunderschön. Blaues Wasser, das schäumte, wenn es auf Land traf. Wenn man es nicht selbst gesehen hat, lässt es sich nur schwer beschreiben.
Alles so ruhig. Nur das Rauschen der Wellen.
Verdächtig ruhig.
Und doch war es kein schöner Traum. Es stimmte etwas nicht.
Es war unheimlich.

geschichte machen
November 6th, 2005[current music: Louise Attaque - comme on a dit]
Heute ist ein komischer Tag. Aufgestanden und gleich wieder ins Bett. Obwohl ich wohl schon fast wieder gesund bin. Wieder ins Bett und das Buch, dass ich gestern vor Müdigkeit, denn die Tabletten wirken Wunder, nach einigen Seiten wieder weggelegt habe, weitergelesen. Ein paar Stunden lang. Länger als ich mich sonst mit Büchern ohne Unterbrechung auseinandersetze. Allzu schnell wird mir langweilig. Das Buch macht mich ganz unruhig. Und neugierig. Und es macht mir ein schlechtes Gewissen; es hält mich von allem ab.
Gestern waren meine Gedanken vergiftet, heute sind sie ausnahmslos beim Buch. Das gestern war keine gute Idee. Es würde mich zurückwerfen, auch wenn mir das besser gefallen würde. Ich schmeiß gern alles hin und fang von Neuem an, bevor es überhaupt erst ernst werden kann.
Wo kann man denn noch Spanisch lernen außer an der Volkshochschule, die viel zu langsam vorankommt und wohl eher auf Senioren ausgerichtet ist, und am Sprachenzentrum der Uni, das völlig überfordert ist und nur 40 Studenten pro Lernstufe aufnimmt? Autodidaktisch? Empfehlungen?
Ich dachte schon, es wäre ein Wink des Schicksals. Aber es war die Untergrabung der Vernunft. Mehr auch nicht.
Das Leben ist ein tragisches.
Und ich weiß nie, was ich will. Oder weiß es doch. Und es ändert sich ja doch alles immer wieder.
Sicher sein kann ich mir nie.
der ewige traum
November 5th, 2005[current music: Blur - ultranol]

Es war ihr unmöglich sie und sich zu schützen. Sie versuchte alles, nichts wurde wie es soll. Die Gefahr kam näher. Sie wusste es. Sie wussten es.
Türen verriegeln geht nicht mehr. Die Schlüssel drehen sich im Kreis. Die Nägel fallen aus den Wänden.
Die Gefahr kommt näher.
So hilflos.









