sickgirl

oh wunder

September 27th, 2005

[current music: Kamera - kopf an]

Der erste Nachmittag seit langem, an dem ich nicht geschlafen habe. Bei Betrachtung meiner momentanen Lage, lässt sich das fast als Wunder bezeichnen.
Nachdem die erste Hausarbeit nun fertig ist, Monets Seerosen mich bis in meine Träume hineinverfolgen und mir beim Aussprechen des Namens meiner Professorin dauernd Frau Monet über die Lippen kommt, habe ich heute mit der zweiten Hausarbeit begonnen. Noch ein Wunder.

Fortsetzung folgt.

down in the past

September 26th, 2005

[current music: Mando Diao - your lover's nerve]

die farbe schwarz

September 23rd, 2005

[current music: The Charlatans - up at the lake]

Leo auf der Zeit sitzen sehend, dachte ich an den Wächter der Zeit, den es bestimmt gar nicht gibt. Und an Michael Ende, weil er immer so komische Figuren erfand. So vielleicht auch diesen Wächter.
Ich habe dann immer dieses linierte, saubere Blatt vor Augen. Und die Aufgabe, mit grün und gelb darauf Geburts- und Sterbedatum Michael Endes zu schreiben. Grün als die Farbe der Hoffnung. Gelb als die Farbe der… ich weiß es nicht. Mit Grün das Todesdatum. Mit Gelb das Geburtsdatum. Oder umgekehrt.
Damals war er gerade gestorben. Und wir im Deutschunterricht.
Wir saßen irritiert auf unseren Stühlen. Das Drama, welches die Lehrerin aus der ganzen Sache machte, nicht verstehend. Sie war schon immer seltsam.
Mein Blick auf das Blatt meiner Nachbarin gerichtet; ich musste nicht lange schauen und wusste schon: das gibt gleich Ärger. Mich konnte das, was ich gesehen hatte, nicht halb so erschüttern, wie meine Lehrerin: Das Todesdatum in der Farbe schwarz.

Es ist weniger schön, sich als erstes dieser Begebenheit zu erinnern, wenn ich an Michael Ende denke.

tired

September 19th, 2005

[current music: Geoff Berner - whiskey rabbi]

Sonst war es um diese Zeit schon immer hell. Ich habe den Übergang gar nicht mitbekommen. Ich habe nur bemerkt, wie es plötzlich kälter wurde. Vor allem hier drinnen. Unter den Bettdecken ist es recht warm, aber nicht schön, wenn man trotz Müdigkeit, die einem den letzten Nerv raubt und zu nichts kommen lässt, nicht einschlafen kann, und wenn man erstmal eingeschlafen ist alle halbe Stunde aus wirren Träumen erwacht.
Und dann noch das schlechte Gewissen, welches nie verschwindet.
Es gibt nicht viel zu erzählen. Von hier.

slide

September 12th, 2005

[current music: The Dresden Dolls - good day]

Schlimmer als jeder Verfolgungstraum ist der, in dem jemand stirbt. In dem die Verzweiflung, die Tränen und die Angst real erscheinen. Der Traum, aus dem man aufwacht und die Trauer noch spüren kann.
Dann ist man doch wieder froh, keine besondere Begabung zu haben. Nicht in Träumen die Zukunft voraussehen zu können.
Und ängstlich, denn das Geträumte ist unvermeidbar und wird irgendwann real. Irgendwann muss man sich dem Ganzen stellen. Und wenn es nur halb so schlimm wie erträumt wird, dann reicht das schon aus.

Aus Schüchternheit resultiert Bescheidenheit.
Das mit dem hellblauen Bonbon kann ich nicht vergessen. Ich hab fast all die Umstände vergessen, in denen es geschah, aber das Bonbon und wie ich es verlor nicht. Man bot es mir an und ich lehnte ab. Eher aus Schüchternheit als aus Bescheidenheit. Ich nahm dann doch eines. Das hellblaue Bonbon. So exotische Farben war ich an Nahrungsmitteln damals nicht gewohnt und daher sehr gespannt. Schon beim Entpacken glitt mir das Bonbon aus den Händen und rollte auf den Teppich, unter den Tisch. Ich hob es nicht auf. Aus Scham. Wie so oft.
Dass mich das bis heute verfolgt, hätte ich damals nicht gedacht.

in the backseat

September 11th, 2005

[current music: Kaizers Orchestra - maestro]

I like the peace
in the backseat,
I don’t have to drive,
I don’t have to speak,
I can watch the country side,
and I can fall asleep.

My family tree’s
loosing all it’s leaves,
crashing towards the driver’s seat,
the lightning bolt made enough heat
to melt the street beneath your feet.

Alice died
in the night,
I’ve been learning to drive.
My whole life,
I’ve been learning.

[The Arcade Fire]

bla

September 4th, 2005

[current music: The Charlatans - try again today] ♥

Ich kann gar nicht mehr zählen, wieviele Arztbesuche bei mir jetzt schon daran gescheitert sind, dass ich die Praxisgebühr nicht aufbringen konnte. Wahrscheinlich hat sich wieder irgendein Politiker bei der Einführung derselben gedacht: Ach, 10 Euro hat ja jeder. Die bringt man schon auf, wenn man krank ist. Oder so. Wie das mit den Studiengebühren. Die kann man ja auch ganz einfach finanzieren, indem ich drei Mal weniger im Monat Pizza essen gehe oder zwei Mal Nachhilfe gebe. Dann ich kann ich nämlich jeden Monat 100 Euro beiseite legen. Stimmt. Wieso habe ich eigentlich nie Geld?
Jedenfalls hat sich das Zahnfleisch meines einen Weisheitszahnes entzündet, wie es scheint; wie es alle paar Wochen passiert. Aber dieses Mal tut wenigstens noch das Ohr und der Hals weh, die sich auf der Seite des Zahns befinden. Schön, schön.

Aber unsere WG-Einweihungs-Party war gut gestern. Bis auf zwei Zwischenfälle, die uns erst heute morgen zugetragen wurden, und einigen Gedächtnislücken. Aufgrund meiner angeheiterten Stimmung vergaß ich irgendwie Fotos zu machen. Das Ergebnis zeigt ganze zehn Fotos, auf denen fast ausnahmslos jeder leicht entstellt aussieht. In der Konsequenz heißt das: Ich werde sie nicht veröffentlichen. Man wird’s mir wohl danken.

Ansonsten bin auch ich stolz ein Produkt meiner Eltern zu sein. Und wie.
Bla.

schön hören

September 2nd, 2005

[current music: Ska-P - a la mierda]

Bin ich erst einmal dem allmorgendlichen Tief entkommen und es wird schon wieder langsam ein bisschen dunkel und kalt draußen, geht es mir ganz okay. Aber meistens eben doch nicht.

Nach anfänglicher Enttäuschung, ist das neue Supergrass-Album doch fantastisch. Was heißt Enttäuschung.. eigentlich erwarte ich kaum mehr was anderes, als etwas mittelmäßiges, wenn eine Band, die vorher ein grandioses Album hatte, ein neues rausbringt. Irgendwie ist in letzter Zeit so viel so schlecht. Das neue The Ark-Album (okay, rock city wankers ist sehr tanzbar), das zweite von Mando Diao; selbst das neue von Hot Hot Heat. Alles blöd irgendwie. Oder ich muss es mir erst schön hören.

Was man im Kino gesehen haben sollte und was ziemlich toll ist (man kann sich sogar zwei oder drei mal erschrecken) – trotz pathetischem Ende: Land of the Dead.